Tarifvertrag lebensmittel einzelhandel

In einigen Ländern gibt es andere Arten von Konflikten über die Tariferstattung. Sektorale Verhandlungen sind ein wichtiges Thema in Zypern, wo die Abdeckung durch Vereinbarungen auf Unternehmensebene im Einzelhandel besonders gering ist und die Beschäftigungsbedingungen viel ungünstiger sind als in vielen anderen Sektoren. Die Gewerkschaften fordern einen Branchentarifvertrag, aber die Arbeitgeberverbände haben ihn wegen gestiegener Arbeitskosten abgelehnt (Schätzungen deuten darauf hin, dass eine solche Vereinbarung die Kosten der Arbeitgeber um etwa 12%-15 erhöhen würde). In Österreich fordern die Gewerkschaften seit Ende der 90er Jahre die Ausweitung der Tarifverhandlungen im Einzelhandel auf “abhängige” Selbständige – also Selbständige, deren Arbeitssituation in der Praxis genau die gleiche ist wie die der Arbeitnehmer -, obwohl dieser Vorschlag von den Arbeitgeberverbänden abgelehnt wurde. Diese Tarifverträge wurden mit großzügigen Mitteln aus dem Digitizing Historical Records Grant der National Historical Publications and Records Commission, 2014-2016, digitalisiert. In jedem Fall wurde das beste verfügbare Original für die Digitalisierung ausgewählt. In einigen Fällen sind Originalseiten schwer zu lesen, teilweise abgeschnitten oder fehlen. In einigen Ländern – wie Griechenland (GR0312102F) und Malta – fordern derzeit große Einzelhandelsketten eine Deregulierung der Öffnungszeiten, während in anderen Fällen – z. B.

Belgien, Zypern, Dänemark und Ungarn – derzeit Deregulierungsmaßnahmen vorgeschlagen oder unternommen werden. In Belgien hat die Regierung Anfang 2004 eine umfassende Abstimmung aller Beteiligten (Einzelhändler, Verbraucher, Arbeitnehmer und die zuständigen Behörden) eingeleitet, um einen Konsens über die Ladenöffnungszeiten und insbesondere über die Sonntagsöffnung zu erzielen. In Zypern führt die Regierung derzeit einen Dialog mit Arbeitgebern und Gewerkschaften über die Überarbeitung der Rechtsvorschriften über ladenische Öffnungszeiten und Beschäftigungsbedingungen im Einzelhandel. In Ungarn wurden nach der Ankunft ausländischer Einzelhändler Mitte der 1990er Jahre auf dem inländischen Markt lange Öffnungszeiten und Öffnungen an Wochenenden und Feiertagen häufiger. 1998 begann das Arbeitsinspektorat, Tesco (in Großbritannien) und andere große Ketten regelmäßig zu bestrafen, während die Gewerkschaft KASZ ebenfalls eine Kampagne gegen Arbeitgeber startete, die die Arbeitszeit auf diese Weise verlängerten.